Was Berlin und Bogotá von nun an gemeinsam haben

Als erster Berliner Bezirk reagiert Friedrichshain-Kreuzberg auf die neuen Mobilitätsbedürfnisse während der Corona-Krise und folgt damit dem Beispiel von Bogotá, wo in kürzester Zeit über hundert Kilometer temporäre Radwege geschaffen wurden, um allen Einwohner*innen der Stadt eine sichere und ansteckungsfreie Mobilität zu gewährleisten. Damit beweist unser Bezirk, dass es möglich ist, schnell und effektiv zu reagieren, wenn die Situation es erfordert. 

Seit Mittwoch dient eine der drei Autospuren am Halleschen Ufer zwischen Halleschem Tor und Köthener Straße als Radweg. Außerdem wurde die Aufstellfläche vor der Ampel an der Kreuzung Zossener Straße/ Gitschiner Straße deutlich vergrößert. 

Denn es gibt viele Menschen in systemrelevanten Berufen, die kein Auto besitzen. All diesen Menschen muss nicht nur eine ansteckungsfreie, sondern auch eine unfallfreie Fahrt ermöglicht werden. Das bedeutet erstens mehr Platz, sodass Radfahrende den notwendigen Sicherheitsabstand untereinander einhalten können, um eine Infektion zu verhindern. Und zweitens muss der Radverkehr physisch vom motorisierten Verkehr getrennt sein. Letzteres sollte auch außerhalb von Corona selbstverständlich sein, um Verkehrsunfälle zu verhindern. Doch aktuell ist es umso wichtiger, da auch unerfahrenere Menschen, Kinder und Ältere vermehrt Radfahren und besonderen Schutz benötigen. 

Leider erreichten uns kurz nach Errichtung der temporären Radwege bereits zahlreiche Bilder, die zeigen, dass selbst in solch kritischen Zeiten, neue Radwege sofort wieder als Parkfläche missbraucht werden. Das ist völlig inakzeptabel und es muss strenger darauf geachtet werden, dass die neu geschaffene Infrastruktur ihren Zweck auch erfüllt. 

Wir freuen uns dennoch über diese beiden Pilotprojekte und hoffen, dass nun schnellst möglich weitere Maßnahmen umgesetzt werden und auch die anderen Berliner Bezirke diesem Vorbild folgen. Nach einer ebenfalls extrem verkürzten Evaluationsphase, soll das Projekt auf weitere Straßen ausgeweitet werden. Andere Bezirke stehen ebenfalls in den Startlöchern, wie wir hören. 

Umso wichtiger: Seid auch hier solidarisch, lasst den ungeschützten und ungeübten Radfahrenden diesen Raum – und weist gegebenenfalls freundlich darauf hin, dass dies eine neue, polizeilich angeordnete Radspur ist.

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